Die Fotoserie Illuminated aus dem Jahr 2015 entfaltet ihre Wirkung im Zusammenspiel von Licht und Dunkelheit. Vor nahezu schwarzem Hintergrund treten Pflanzen aus dem Nichts hervor, erfasst lediglich von einem gezielten künstlichem Lichtstrahl, wie Akteure auf einer Bühne. Das Licht der Taschenlampe wirkt dabei weniger wie ein neutrales Mittel der Sichtbarmachung, sondern vielmehr wie ein Instrument der Inszenierung. Gleichzeitig entstehen Assoziationen mit dem naturwissenschaftlichen und untersuchenden Blick auf Botanik. Die Pflanzen erscheinen isoliert, herausgelöst aus ihrem natürlichen Zusammenhang.

In dieser Reduktion entsteht eine eigentümliche Verschiebung der Wahrnehmung. Formen, Strukturen und Oberflächen gewinnen an Prägnanz, während der vertraute Kontext verschwindet. Das Vertraute wird fremd. Die Pflanzen nehmen abstrakte Qualität an, die Assoziationen an etwas Unbekanntes, fast Außerirdisches weckt. Sie wirken wie Erscheinungen aus einer anderen Welt. In den Bildern liegt gleichzeitig eine spürbar düstere, beklemmende Atmosphäre. Was nicht beleuchtet und somit sichtbar gemacht wird, liegt außerhalb des Wahrnehmbaren und bleibt undefiniert im Dunkeln zurück. Illuminated verhandelt die Frage nach der Macht zwischen Erkenntnis und Verunsicherung.







