Der Titel dieser fotografischen Serie trägt mehrere Bedeutungsebenen in sich. Er ist spanische Grußformel und zugleich Verheißung einer guten Zeit, schöner Tage. Die Aufnahmen entstanden in Argentinien, in der Metropole Buenos Aires und im Tigre-Delta, das der Bevölkerung der Hauptstadt auch als Naherholungsgebiet dient. In diesem Umfeld verdichtet sich das Verhältnis von Mensch und Natur auf unterschiedliche spannungsvolle Weise.

Die Fotografien entfalten einen Gegensatz zwischen Aneignung und Widerstand. Der Mensch tritt als gestaltende, ordnende Kraft auf, die versucht, Natur zu genießen und dennoch zu kontrollieren. Doch diese Bemühungen bleiben fragil.
Sichtbar wird dies etwa in den Bildern gesunkener Schiffe, vom Verfall gezeichnet und vor sich hin rostendend. Eine andere Arbeit zeigt das Haus des ehemaligen argentinischen Präsidenten Domingo Sarmiento, in dem er von 1855 bis zu seinem Tod 1888 gelebt hat. Das Haus ist von einer grotesken Glashülle umgeben, um es vor den Elementen zu schützen und vermeintlich für die Ewigkeit zu bewahren und zu konservieren.
Beides sind stille Zeugnisse dafür, das der Mensch dem natürlichen Lauf der Dinge ausgesetzt ist und daran scheitert, die Natur bezwingen zu wollen. Die Natur entzieht sich dem Wunsch, dem Flüchtigen Dauer zu verleihen.
Buenos Días versinnbildlicht, dass jede vermeintliche Beständigkeit nur vorübergehend ist. Die schönen Tage im Urlaub oder am Wochenende sind limitiert und gehen schneller vorüber, als man wahrhaben möchte.






